Geschütz " Hannelore "

 

10 Jahre Böllerschiessen in Roggendorf

Im vergangenen Jahre konnten wir als Artillerie in Roggendorf/Thenhoven auf 10 Jahre Böllerschiessen im Ort zurückblicken. Daher eine kleine Zusammenfassung dessen, was in diesen Jahren bei uns passiert ist.

Nachdem wir im Jahre 2001 in vier Monaten unsere Kanone in Eigenbau auf die Räder gestellt hatten folgte im Jahre 2004 , ebenfalls in Eigenleistung , über 5 Monate hinweg der Bau der Protze. Die Räder und Achsen entstammten ehemaligen Heuwagen, das Geschützrohr wurde von einer Kanonengießerei in Thüringen gefertigt. Zwischenzeitlich war von Familie Stürmer der Traktor als Zugfahrzeug angeschafft worden. Natürlich blieb es weder bei Geschütz noch bei Protze bei der ursprünglichen Ausführung. Immer wieder wurden Kleinigkeiten an den Fahrzeugen oder an der Schießausrüstung geändert, ebenso wie bei der Fertigung der Kartuschen, welche ebenfalls im Eigenbau entstehen. Hierbei finden für jeden Schuss 240gr. Pulver und 38gr. Verdämmung ihren Platz in der Papierhülse.

Auch das zuständige Personal wechselte gelegentlich: in den 10 Jahren hatten wir als Geschützführer Klaus-Dieter Schmidt-Schweitzer , Frank Gertzen und Frank Stürmer. Letzterer trat in diesem Jahr den Posten des Geschützwartes nach 11 Jahren an Kurt Stürmer ab. Ständige Geschützbedienung sind Waldemar Gutsch und Frank Stürmer, das Unterstützungspersonal wechselt.

Drei unserer Mitglieder gingen im Winter 2002 auf eigene Kosten auf den Lehrgang zum Erwerb der Erlaubnis nach §27 Sprengstoffgesetz ( landläufig Böllerschein genannt ) , welche dann auch im Frühjahr des nächsten Jahres erteilt wurde und alle fünf Jahre kostenpflichtig für uns durch das Ordnungsamt verlängert werden muss. Ebenso wird das Geschützrohr alle 5 Jahre durch den LBME einem Wiederholungsbeschuss unterzogen, um seine Sicherheit zu gewährleisten.
Den ersten Böllerschuss vernahm man im Ort am 19.07.2003 , abgegeben vom Gelände des damaligen Westernvereins Carson City Company. Nachdem wir uns an diesem Tag durch verschiedene Laborierungen probiert hatten, wurde denn das Schützenfest 2003 erstmals an der Further Strasse eingeböllert. Ebenfalls in diesem Jahr geschah die Segnung des Zuges , in welche die Kanone einbezogen wurde.

Über die Jahre hinweg änderten sich teilweise die Schießplätze , wie auch die Zeiten. Dies ging an so manchem jedoch vorbei...
Hatten wir in den ersten Jahren noch an nur 3 Tagen „etwas zu tun“ , erweiterte sich dies auf alle 5 Tage unseres Festes.

Das Ehrenböllern am Samstag ist denn auch der einzige Fall, in welchem das Feuerkommando von Zugfremden gegeben wird: vom Königspaar.

Den ersten Bestätigten „Abschuss“ in unserer Geschichte verdanken wir Detlev Krämer im Jahre 2007. Hieraus entwickelte sich auch die Erweiterung unseres Schlachtrufes.
Höhepunkte in der Zeit waren Teilnahme am Bundesschützenfest Leverkusen, die Begleitung unseres damaligen Stadtkönigs Peter Stein , sowie die auswärtigen Artillerie- und Böllertreffen , welche immer eine schöne und gern genutzte Plattform zum Kennen lernen und Fachsimpeln sind. Auch für die Zeitschrift „Der Schützenbruder“ standen wir bereits für Fotos zur Verfügung, wenn es um das Thema Schwarzpulver und Böllerschießen ging.

Der Jahreswechsel 2009/2010 sah uns mit einer Herausforderung, war doch im November beim Böllern in Düsseldorf die Lafette der Kanone gebrochen. Da für April bereits eine Einladung nach Dormagen im Raum stand, wurde innerhalb der Wintermonate über 16 Termine fieberhaft und mit Unterstützung einer Schreinerei eine komplett neue Lafette gefertigt.

In der gesamten Zeit gaben wir mit Hannelore 190 Schuss ab , wobei wir 47 kg ( bei einem Kilopreis von rund 17,00€ ) Schwarzpulver und 7,2 kg Verdämmung verbrauchten.

Somit sind bis dato rund 800 Euro im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert worden...

t e c h n i s c h e   D a t e n
Kanone   Protze
Baujahre Baujahr 2001

überarbeitet 2006 , modifiziert 2010

  Baujahr 2004
Erstbauzeit ca. 4 Monate   Bauzeit ca. 4 Monate
Länge über alles 2590 mm   Länge über alles 2400 mm
Breite 1890 mm   Breite 1780 mm
Raddurchmesser 940 mm   Raddurchmesser 940 mm

So sieht das Böllern mit unserem Geschütz aus !

Rohrlänge 1490 mm   Höhe gesamt mit Lehne 1800 mm
Kaliber 76 mm      
Rohrgewicht 95 kg   Länge Protzkasten 800 mm
Gesamtgewicht ca. 280 kg   Breite Protzkasten 1200 mm
Rohr Gribauval   Tritthöhe 700 mm
Zündung Schrotpatronenhütchen   Sitzhöhe 1500 mm
Beschossen für

240 g Schwarzpulver

+

38 g Vorlage

  Inhalt

Feuerlöscher , Regenplane , Schießkiste , Proviant , Instandhaltungsmaterial , Öl , Wasser , Fett , Werkzeug